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Engelhartszell - Donau (A)

Engelhartszell, ca. 63 km
25 km Donauabwärts von Passau erreicht man das heutige Trappistenstift Engelhartszell, das zu dem ausgesprochen stimmungsvoll gelegenen, oberösterreichischen Markt Engelhartszell gehört.

Egal, von welcher Seite man kommt, durch die Hochfläche des Sauwaldes über die Schärdinger Strasse, die hinter St. Ägidi steil bergab zur Donau führt, auf der Nibelungen-Bundesstrasse, von Linz her fahrend oder aber von Passau kommend, überall bietet sich uns ein aussergewöhnlich schöner Gesamteindruck von Kloster, Markt und Landschaft. Der Passauer Bischof Wernhart von Prambach gründete 1293 das Kloster Engelszell und besiedelte es mit Zisterziensern des nahegelegenen Klosters Wilhering. Nach einigen Krisenjahren, die 1577 sogar zur Auflösung des Konvents führten, gelang es 50 Jahre später dem Mutterkloster Wilhering, Engelszell erneut aufleben zu lassen. Nach einem Brand im Jahre 1699 plante man einen barocken Neubau, der 1764 eingeweiht wurde und in der Gestaltung der Stiftskirche seinen Höhepunkt fand. Der Architekt ist nicht bekannt. Der Bau mit seiner Einturm-Fassade zeigt sich von aussen noch rechteckig. Die Innenarchitektur tendiert in ihrem Raumgefüge bereits zur Anlage eines Zentralraumes. Die ausgezeichneten Fresken im Presbyterium sowie über der Orgel sind Arbeiten von Bartolomeo Altomonte. Von seiner Hand stammen ebenso sämtliche Altarblätter in dieser Kirche. Das ursprüngliche Deckengemälde des Langhauses, auch ein Werk Altomontes, musste wegen Schadhaftigkeit des Gewölbes 1838/39 abgeschlagen werden. 1957 schuf der oberösterreichische Maler Fritz Fröhlich das Langhausfresko "Maria mit den Chören der Engel". Eine Vollendung der Rokokoausstattung erfährt der Raum durch die Stuckarbeiten des Wessobrunner Meisters Johann Georg Übelherr. Darunter erweist sich vor allem die Rokokokanzel als besonderes Glanzstück. Weiterer Höhepunkt ist das Chorgestühl, das aus der Passauer Deutschmann-Werkstatt stammt. 1786 wurde durch Kaiser Josef II. der Klosterbetrieb völlig eingestellt, bis 1925 die Trappisten nach Engelszell kamen. Neben der Stiftskirche ist auch die gotische Marktkirche mit ihrer einheitlich barock gestalteten Einrichtung einen Besuch wert. Weitere Ausflugsziele bietet die nähere Umgebung von Engelhartszell mit ihren drei Burgen: Krempelstein (10 km östlich von Passau auf dem rechten Donauufer), Vichtenstein (ungefähr 7 km flußaufwärts von Engelhartszell) und Rannariedl (wenige Kilometer flußabwärts von Engelhartszell auf der gegenüberliegenden Seite). Erwähnenswert ist auch der Fahrradweg, der von Passau kommend entlang der Donau, vorbei an den Klöstern Engelszell, Wilhering bei Linz und Melk, durch die Wachau bis Wien führt.