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Heiligenberg bei Schönau, ca. 56km
Ungefähr zehn Kilometer nördlich von Eggenfelden sieht man schon von weitem die reizvoll inmitten eines kleinen Weilers auf einem Hügel gelegene Wallfahrtskirche St. Erasmus von Heiligenberg. Reste einer ersten im 15. Jahrhundert entstandenen Kirche sind noch im Mauerwerk des Chors ersichtlich. Das Langhaus wurde in der ersten Hälfe des 18. Jahrhunderts neu errichtet. Zurückhaltend zeigt sich die Stuckierung, die Deckengemälde sind noch den einzelnen Jochen zugeordnet.Dadurch kommt die barocke Ausstattung besonders eindrucksvoll zur Wirkung. Der Hochaltar erinnert mit seinen vier gewundenen Säulen an die Klosterkirche in Aldersbach. Der Mittelschrein mit Vorhangdraperie und Baldachin zeigt den Kirchenpatron. Eine Verbíndung zu Aldersbach bestand durch die Wallfahrtsseelsorge. Für diese waren die Zisterzienser des Klosters Aldersbach, dem die Pfarrei Schönau inkorporiert war, verantwortlich. Die Deckenbilder, bezeichnet mit "J G Käßer 1751" wurden beträchtlich restauriert. Der Maler Georg Käser stammte aus Thannberg. Kunsthistorisch interessant sind auch die schmiedeeisernen Arbeiten in der Kirche, wie das Gitter vor dem Chorraum, das um 1750 entstand, oder die Beschläge der Sakristeitür aus der Zeit um 1500. Unter den Votivbildern stechen sieben große Mirakelbilder aus dem 17. Jahrhundert ins Auge, die die Wände des Langhauses schmücken. Sie erzählen von Wunderheilungen, die sich hier zwischen 1469 und 1498 zutrugen. Wie die Bilder zeigen, wurden hier lebende Tiere geopfert, ein Brauch, der sich in Heiligenberg lange erhalten hat. In diesem Zusammenhang steht auch die Sage vom "Teufelsritt von Heiligenberg". Dabei handelt es sich um in Stein abgedrückte Klauen eines Kalbes, die in die Wand der Seitenkapelle eingelassen wurden.
Teufelsritt von Heiligenberg
Zum sogenannten Teufelsritt von Heiligenberg kursiert eine fromme Sage mit inhaltlich drei unterschiedlichen Überlieferungen. Eine davon besagt, daß ein krankes Kalb, als man es in die Kirche führte, beim Betreten der Schwelle gesund geworden sei. Zum Andenken habe es die Abdrücke seiner Klauen hinterlassen. Die Steine wurden dann von der Schwelle weggenommen und hier in die Wand eingelassen.
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